Fünf Jahre.

Knapp fünf Jahre ist es her, dass ich diese Website mittels des schlanken und charmanten Anchor CMS auf einen neuen Schlichtheits-Level gehoben habe. Dieser Level geht nun langsam seinem Ende entgegen. Wie ich dieser Tage durch Zufall mitbekommen habe, hat das langjährige Anchor-Team diese Software kürzlich abgekündigt. Nachdem Charlotte, die "Mutter" des Projektes, vor einem Jahr aus dem Leben geschieden ist, musste das verbleibende Team nunmehr erkennen, dass für einen Neuanfang die Ressourcen fehlen. Im Laufe des Jahres werde ich mich also von dieser Software - schweren Herzens - verabschieden.

Ein Neuanfang birgt aber auch neue Möglichkeiten, daher bin ich guter Dinge! In den kommenden Wochen werde ich mich folglich etwas umschauen, auf welche neue CMS-Lösung ich mich zukünftig einlassen könnte. Fest steht bereits: Wordpress wird es definitiv nicht werden - das ist für diese kleine Seite einfach zu groß. Nicht ohne Grund hatte ich mich bereits vor 5 Jahren gegen diesen "Industriestandard" entschieden. Im Moment finde ich ja die zahlreichen Flat-File-Lösungen ganz interessant, da ich im Grunde gar nicht zwingend ein DB-basierendes CMS benötige.

Mal schauen, was sich daraus entwickeln wird! :)

zum Beitrag

Ein Blick zurück.

In den Zeiten von Lockdowns und Kontaktbeschränkungen hat man als Menschenfotograf nicht wirklich die besten Rahmenbedingungen zum Bildermachen. Man kann nun darüber klagen ... oder aber aus der Not eine Tugend machen. Mir war letzteres lieber und so kam es, dass ich mir nach Jahrzehnten endlich 'nen Ruck gegeben habe, um mich ENDLICH mal mit den Negativen meine ganz frühen Fotojahre zu beschäftigen. Das konventionelle Einscannen dieser Filme erschien mir immer als zu zeitintensiv, daher hatte ich es bislang immer verworfen.

Dann, mitten im nachweihnachtlichen Lockdown, konfrontierte mich der Zufall mit einem kleinen Filmscanner. Diese Art Scanner (die eigentlich eher kleine Makro-Kameras sind) gibt es schon ganz paar Jährchen, aber meist war die Auflösung der darin verbauten Sensoren nicht der Hit. Mittlerweile bringen die aber 14 Mio. Bildpunkte zu einem beinahe Schnäppchenpreis. Und sind nebenbei auch rattenschnell, da sie die Filme nicht zeilenweise abscannen, sondern per Knopfdruck abfotografieren.

Also habe ich mir einfach mal so ein Filmabknipser gekauft - eher aus Neugier und nicht mit der Erwartung, dass das Teil in der Scanqualität einem "richtigen" Filmscan das Wasser reichen kann. Das war für mich auch okay, denn meine Fotografieversuche der ersten Jahre sind ja schließlich auch keine Meisterwerke. :)

Derer Scanner-Modelle gibt es mittlerweile viele - bei mir war es ein Kodak Slide N Scan geworden. Einige Nutzerkommentare und der überdurchschnittlich große Display hatten mich überzeugt.

Nun werde ich das Teil hier nicht rezensieren, dafür gibt es bessere Tester und Plattformen. Aber ich kann an dieser Stelle kundtun, dass mich der Kauf keinesfalls enttäuscht hat! In Anbetracht des überschaubaren Preises kommt aus der kleinen Kiste mehr raus, als von mir erwartet - und das echt schnell.

Von Interesse war aber für mich nicht nur, wie sich dieser kleine Filmscanner so schlägt, sondern noch viel mehr, was da eigentlich auf den alten Filmen so zutage kommt! Die ältesten Filme sind ja nun schon fast 40 Jahre alt! Und so erschienen dann auch echte Überraschungen auf dem Scannerdisplay! Und auch so manch verschollengegangene Erinnerung kam dabei hervor ...

Ein Foto von meinem vermutlich allerersten selbstgeknipsten Film aus dem Jahre 1982:

Portrait_210325.JPG

Entstanden mit einer Certo SL 110 - das war eigentlich eine billige Kinderkamera. Und das Model ... das war meine Mutter. :D

Mal schauen, was die nächsten Tage und Wochen noch so aus den "Schuhkartonarchiven" hervorkommt! :)

zum Beitrag

Hauke Fischer.

Schon seit vielen Jahren lese ich die sehr gute Beiträge von Hauke Fischer, welcher in seinem Blog manch bemerkens- und nachdenkenswerten Text zu fotografischen Themen unter seine Leserschaft bringt. Neben der inhaltlichen Substanz gefällt mir zudem auch seine sehr geradlinige und unverkrampfte Art und Weise, also wie er dabei auch effektiv auf den Punkt kommt.

Sein aktueller Blogbeitrag "Zu einem besseren Fotografen werden" hat mich animiert, hier auch mal auf zwei weitere Texte hinzuweisen, in welchen er Fotografen und Modellen so einige sehr lohnenswerte Praxis-Tipps mit auf den Weg gibt.

Das wäre zum einen "Models betüdeln" sowie "Tips für das « Model » in spe".

Aber auch über die erwähnten Beiträge hinaus solltet ihr euch mal die Zeit nehmen, um in seinem Blog zu stöbern - da befinden sich zahlreiche bereichernde, sehr praxisgerechte sowie ausgesprochen nachdenkenswerte Tipps!

zum Beitrag

Lebenszeichen.

Covid-19 prägt unseren Alltag mittlerweile schon ein halbes Jahr und mein letzter Blogpost ist auch schon wieder vier Monate her - eventuell ist es überfällig, mal ein kleines Lebenszeichen zu senden.

Wie in zahllosen anderen Bereichen hat das letzte halbe Jahr auch im Kulturbereich viele gravierende Veränderungen erzwungen. Da mein fotografisches Tun bekanntlich nicht meinen Lebensunterhalt erwirtschaften muss, könnte ich das recht locker sehen - kann aber ebendies leider trotzdem nicht. Denn ich bin neben meiner eher kleinen und bescheidenen Rolle als fotografischer Kunstproduzent eigentlich ein viel größerer Kultur- und KunstKONSUMENT. Folglich leide ich unter dem Ausfall von Ausstellungen, Konzerten, Festivals, ... noch viel mehr. Ich hoffe daher, dass das Pendel des Pandemieverlaufs im Herbst nicht wieder zurückschwingt und wir eine weitere langsame Normalisierung des Kulturbetriebs erleben können.

Ich selbst habe in dem vergangenen halben Jahr kein einziges Foto gemacht. Einerseits verspürte ich wenig Lust darauf, andererseits waren auch die meisten Menschen die letzten Monate in vielerlei Hinsicht zurückhaltend oder mit anderen Dingen belastet, was ich verstehen und akzeptieren kann. Langsam lösen sich jedoch diese mentalen Verspannungen in der Gesellschaft wieder, so ist zumindest mein Eindruck. Und in Folge dessen habe ich in diesem Monat auch endlich wieder einen Bildermach-Tag in meinem Studio geplant. Ich freu mich drauf! :)

zum Beitrag

Portrait zum Abschied.

Aus bekannten Gründen steht momentan das gesellschaftliche Leben in zahlreichen Ländern nahezu still. Man kann über die Sinnhaftigkeit dieses Lockdown geteilter Meinung sein. Darum soll es aber hier und heute gar nicht gehen. Denn egal was Politik derzeit tut und ganz egal, welch Statistiken heute momentan zurate gezogen werden - es wird in den kommenden Tagen/Wochen/Monaten sehr real durch den aktuellen Corona-Virus das Thema Tod in manche Familien getragen werden. Und das sehr unbarmherzig, da unerwartet ... und fast immer auch ohne der Möglichkeit von Begleitung und Abschiednahme durch die unmittelbaren Angehörigen.

So schlimm das für Hinterbliebene sein mag, aber ein visuelles Abschiednehmen von einem Verstorbenen, dem eine Covid-19-Erkrankung attestiert wurde, wird aus guten Gründen nicht möglich sein. Weder im Pflegeheim/Krankenhaus, noch im Bestattungsinstitut oder vor der Beerdigung. Vor einigen Tagen hatte daher auf Twitter ein Bestatter die Pflegekräfte, Sozialdienste und Ärzte dazu motiviert, für unmittelbare Angehörige ein letztes Foto von dem Verstorbenen zu machen.

Ich finde dieses Ansinnen sehr gut, weiß aber auch um die rechtlichen Fallstricke eines solchen Vorgehens. Daher mein Rat: Redet ganz unbefangen und schnellstmöglich in Euren Familien darüber! Und wenn Du danach das Gefühl hast, dass Deine Lieben besser von Dir Abschied nehmen könnten, wenn sie ein letztes Foto von Dir hätten, dann schaffe für die, die dieses Foto machen werden, einen rechtlichen Rahmen! Schreibe formlos Deine Einverständniserklärung hierzu auf! Erwähne darin, wer dieses Foto erhalten soll - und vergiss Deinen Namen, Deine Unterschrift und das aktuelle Datum nicht!

Und ein Rat an jene, die gebeten werden, diese Bilder zu machen: Scheut Euch nicht!

Ja und nun hoffen wir mal alle ganz fest, dass so wenig wie möglich dieser Einverständniserklärungen überhaupt Verwendung finden müssen.

Bleibt gesund!

zum Beitrag

Raumöffnung.

Meinen Atelierraum '401' habe ich nun bereits seit über sechs Jahren. Viele kreative Shoots haben in jener Zeit dort stattgefunden ... und auch zahllose gute und sehr persönliche Gespräche - zumeist unter vier Augen. Es ist daher eher ein sehr persönlicher und vertraulicher Ort.

Am kommenden Dienstagabend gibt es nun eine kleine Premiere. Da werden zwar vermutlich auch wieder sehr gute Gespräche an diesem Ort geführt werden, jedoch erstmalig mit um die 30 Augen! :-) An diesem Abend werden sich ein gutes Dutzend Analogfotografen in diesem Raum zusammenfinden, um sich auch mal in der Realworld ganz ungezwungen kennenzulernen und bei einem Bier über alles Mögliche zu plaudern.

Bin sehr gespannt!!!

zum Beitrag

Nachbarschaft XIII.

Portrait_20200107.jpg © Ulli Gabsch, "o. T.", 2019

zum Beitrag

Papierbilder.

Über eine Billion Bilder werden pro Jahr alleine mit Handys gemacht. Die meisten davon werden das jeweilige Telefon jedoch wohl nie verlassen, im Glücksfall landen manch Auserwählte vielleicht noch in der Cloud. Jemals ausgedruckt werden von all denen mutmaßlich fast keine werden. Das ist nicht nur schade, das ist auch bedenklich. Weil: wir werden auf diese Art eine bilderlose Generation werden. Oder glaubt wirklich noch jemand von euch daran, dass in 50 Jahren all diese Bilddateien noch irgendwo verfügbar sein werden? Und selbst wenn - es ist für mich schwer vorstellbar, dass sich unsere Nachfahren durch zehntausende unstrukturierte Bilddateien wühlen werden. Selbst, wenn KI dann sicher schon sehr hilfreich dabei wird unterstützen können.

Sichtet eure Bilderordner, mistet aus ... und macht was daraus! Macht Fotobücher oder Jahresmappen von euren fotografischen Highlights. Verschenkt sie - schick eingerahmt - an Freunde ... oder hängt sie euch selbst an die Wand. Das macht nicht nur Wände dekorativ, sondern wird über die Zeit garantiert auch immer wieder so manch reges Gespräch auslösen.

Wenn Du mir nun vielleicht gestehen willst, dass Du eigene Bilder an den eigenen Wänden irgendwie blöd findest - fühle Dich von mir schwer verstanden! :D Mir geht das nämlich nicht anders. Ich finde Bilder von anderen an meinen Wänden immer viel spannender. Daher sind an meinen Wänden auch nur Bilder zu finden, die ich mal irgendwann von Freunden geschenkt bekam, oder die ich mir irgendwann einmal selbst gekauft habe. Erst kürzlich habe ich bei einer Auktion ein Bild von Jürgen Matschie erworben - weil es seine wirkliche Wirkung überhaupt erst auf Papier entwickeln kann.

Bild im Auktionskatalog

Jürgen Matschie -- Im Tagebau Spreetal, 11.01.1997 -- analoge Fotografie, Pigmentdruck, 37 x 29 cm

Leider kann ich das hier nicht ansatzweise nachvollziehbar veranschaulichen. Aber wer mit dem Begriff Zonensystem etwas anfangen kann, wird ahnen, was ich meine ...

Nutzt die freien Tage zum Jahresende und macht mal einige Bilder, die man auch ohne Bildschirm anschauen kann! ;)

zum Beitrag