Transformationen.

In vielen Bereichen der Fotografie herrscht seit geraumer Zeit eine latent spürbare Orientierungslosigkeit.


Kamerahersteller verweigern sich bereits seit Jahren Innovationen, deutlich angestiegene Kamera- und Objektivpreise lassen ehemals erschwingliches Equipment immer mehr aussterben. Das Bildermachen wird sich folglich auch die nächsten Jahre weiter ins Smartphone verlagern - vermutlich sogar auch zunehmend das gewerbliche.


So manchen gewerblichen Fotografen brechen bereits heute durch KI die Existenzgrundlagen wegen - oder sie werden es in absehbarer Zeit. Manche werden sich dem anpassen können, viele werden die Fotografie aber vermutlich auch dadurch hinter sich lassen. Mühsam angelernte Photoshop-Skills wird kaum einer mehr brauchen, rohe Bilddateien werden zunehmend schick zurechtgepromptet oder der Bildgenerator übernimmt gleich alles in Gänze - in den kommenden ein oder zwei Jahren vermutlich bereits in nicht mehr unterscheidbarer Perfektion.


Journalismus steckt von Woche zu Woche immer tiefer in der Krise, da absolut nichts mehr durch Bild oder Ton belegbar ist. Eine Rolle rückwärts wird es auch hier nicht geben. Das journalistische Mediengefüge ist bereits einer gewaltigen Glaubwürdigkeits-Erosion ausgeliefert - die breite Masse merkt es aktuell nur noch nicht. KI-generierte Deepfakes werden aber unvermeidlich die letzte Glaubwürdigkeit töten.


Wie wird Fotografie das überleben?

Durch Veränderung.

Teilbereiche der Fotografie werden unweigerlich massiv ausgedünnt werden oder auch schnell und alternativlos sterben. Bestand haben wird dokumentarische Fotografie, die frei von plakativen Botschaften oder effekthascherischer Bildsprache ist. Eine Fotografie, deren Kern auf einer sehr sensiblen Glaubhaftigkeit beruht. Fotografie, die sogar in gewisser Weise langweilig alltäglich sein darf! Authentischen, leisen, persönlichen und unperfekten Bildern gehört vielleicht die neue fotografische Zukunft. Ich freue mich da irgendwie drauf.